Aktuelle Berichterstattung

"Die Embargobrecherin von Basra" Eva-Maria Hobiger redet nicht über Saddam, sie redet über kranke Kinder.
Eine mutige Frau lernte André Brie, PDS-Abgeordneter im Europäischen Parlament, bei seinem Besuch in der südirakischen Stadt Basra kennen: die Österreicherin Dr. Eva-Maria Hobiger. Eva-Maria Hobiger muss eine nervenstarke Frau sein. Eine ungewöhnlich tatkräftige und durchsetzungsfähige ohnehin. Beim irakischen Zoll blieb sie einfach sechs Stunden sitzen und erklärte den verdutzten Beamten: »Ohne meine Geräte gehe ich hier nicht weg.« Dann konnte sie gehen, mit den Geräten. In den vergangenen sechs Monaten ist sie auf alles an Bürokratie und vor allem an menschlicher Kälte getroffen. Und sie hat alles überwunden. Aber, wie sie da vor uns sitzt, die österreichische Ärztin, Krebsspezialistin, und von ihren Erfahrungen mit dem Sanktionsausschuss der UNO, vor allem mit dem USA-Repräsentanten in diesem Ausschuss, erzählt, ist ihre Empörung kaum gezügelt. 
André Brie, ND 01.02.2003

"Reisenotizen aus Irak" Wer den Irak bombardieren will, der sollte wissen wen er dort tötet.
André Brie, Europaabgeordneter der PDS, weilte vom 15. bis 20. Januar 2003 in Irak. Wir veröffentlichen Auszüge aus seinem Tagebuch. 
André Brie, ND 27.01.2003

"Stoppt die Gewalt" Schüler mit eigener CD gegen Gewalt und Fremdenhass
Die Idee kam im Deutsch-Förderkurs: "Stoppt die Gewalt und reicht euch die Hände, macht diesem Schwachsinn doch endlich ein Ende!" 
Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Erich Kästner-Realschule in Gladbeck wollten ein Zeichen setzten gegen Gewalt und Fremdenhass in der Welt und schrieben Texte zum o.g. Thema. Unter der fachkundigen Anleitung ihres Lehrers Jörg Lehwald ließen sie in kurzer Zeit den Schülertraum von einer eigenen CD Realität werden
Stawroula Exouzidou, 16.10.2002

In Erinnerung an ein Nein Am 30.06.2002 wird Christa Lörcher mit dem Clara-Immerwahr-Preis ausgezeichnet 
Am 2. Mai 1915 nimmt Clara Immerwahr sich das Leben. Sie ist 45 Jahre alt, als sie sich mit der Dienstwaffe ihres Mannes ins Herz schießt. Ihre Promotion in Breslau im Fach Physikalische Chemie liegt zu diesem Zeitpunkt Jahre zurück, ebenso wie ihre Hochzeit. 
1901 hatte sie Fritz Haber geheiratet. Der Chemiker entwickelte 1912 mit Carl Bosch die großtechnische Ammoniaksynthese (Haber-Bosch-Verfahren) - Grundlage der deutschen Produktion für Düngemittel und Sprengstoffe. Mit Kriegsbeginn konzentrierte er seine Forschung vollständig auf die Suche nach neuen Kampfgasen und trug später im Kriegsministerium die wissenschaftliche Verantwortung für das gesamte Gaskampfwesen. Clara Immerwahr sah darin eine »Perversion der Wissenschaft«; mehrfach bezog sie gegen ihn Stellung. Als er persönlich an der Front den Einsatz von Chlorgas befehligt, will sie mit ihrem Tod ein Signal gegen Massenvernichtung setzen. Ihr Selbstmord wird als Verzweiflungstat einer erblich belasteten Frau abgetan. Nach ihrem Mann, der 1918 den Nobelpreis erhielt, ist heute in Berlin eine Forschungsstelle der Max-Planck-Gesellschaft benannt. 
Clara Immerwahr wäre vergessen, hätte nicht die deutsche Sektion »Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg - Ärzte in sozialer Verantwortung« einem Friedenspreis ihren Namen gegeben. An diesem Sonntag, am 30. Juni 2002, wird er Christa Lörcher verliehen. 
Wer war noch Christa Lörcher?
Christina Matte, ND 29.06.2002

Brief einer 20jährigen deutschen Sozialarbeiterin in Palästina Seit August des vergangenen Jahres arbeite ich als Sozialarbeiterin im palästinensischen Bethlehem.  Eben seit dieser Zeit wurde ich immer wieder Zeugin blutiger Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern.  Einen Höhepunkt, so meine naive Vorstellung, dachte ich in der israelischen Invasion im vergangenen Oktober zu erkennen.  Damals wurde die autonome Stadt Bethlehem von Panzern zehn Tage besetzt gehalten.  Erstmals in meinem Leben war ich meiner Freiheit beraubt, ich mußte mir die Frage stellen, was mir mein Leben wert ist.
Julia Rose, 19.03.2002 / Leserbrief

Zum 80. Geburtstag von Egon Bahr:
"Das Undenkbare denken"
Eines Tages im Jahre ´87, kurz vor der deutschen Zeitenwende, erreichte mich die Nachricht, es wolle Egon Bahr mit mir sprechen. Um Friedensforschung solle es gehen, über die deutsch-deutsche Grenze hinweg und bei gemeinsamem Essen. Oberflächlich betrachtet schien dies keinerlei Schwierigkeiten zu bergen. 
Geübt im dialektischen Denken stieg jedoch sofort ein Gegenpol zu diesem ersten Eindruck in mir auf. Egon Bahr war gewiss nicht irgendein Bürger des Landes, das damals nur westlich der Elbe lag ...
Prof. Dieter Klein, 15.03.2002
Wochenzeitung 'Freitag'

Debatte um "Otto-Katalog" Während Staaten wie die USA und Großbritannien nicht mal ein Meldegesetz kennen, sie also nicht einmal genau wissen, wer in ihrem Land überhaupt zu hause ist, überschlägt sich die Politik hier in Deutschland, unsere Bürgerrechte und -freiheiten unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Terrorismus immer weiter einzuschränken. Gleich so, als wären wir die Keimzelle allen Terrors. Dabei wäre keines der neuen Gesetzte, keine der Verschärfungen, in der Lage gewesen, die angeblichen Täter, die hier in Deutschland ihrem Einsatz "entgegen schliefen", zu stoppen. - Meinungen -
Matthias Badzun, 08.02.2002

Rechtsextremismus - ein amerikanischer Albtraum Amerikanischer Rechtsextremismus wird sowohl in Deutschland als auch in den USA selbst – trotz des Bombenanschlages von Oklahoma City im April 1995 – wenig thematisiert. Tatsächlich existiert aber eine lebendige rechtsextreme USA-Szene, die ihr deutsches Pendant an offener Radikalität und Gewaltbereitschaft noch um einiges übertrifft.
Gerade vor dem Hintergrund der Terroranschläge vom 11. September, in deren Folge sich neben deutschen auch amerikanische Rechtsextremisten bemüßigt fühlten, mit den Tätern zu sympathisieren oder zumindestens deren mutmaßliche Motive wohlwollend zu interpretieren, ist es angezeigt, dieses Phänomen näher zu beleuchten.
Dr. Thomas Grumke, 10.11.2001